BRIDGE-Förderung für Michael Beyeler: Was die Netzhautgefässe über unsere Nierengesundheit verraten

Mit einer BRIDGE-Förderung von SNF und Innosuisse entwickelt Michael Beyeler, PhD, an der Universitätsklinik für Angiologie einen neuen Diagnoseansatz: die schnelle und nicht-invasive Einschätzung von Nierenrisiken über die Netzhautgefässe.

Bis zu 9 von 10 Menschen mit chronischer Nierenerkrankung wissen nicht, dass ihre Nierenfunktion bereits eingeschränkt ist. Um diese Krankheit früher zu erkennen, bietet das Auge eine einzigartige Möglichkeit: Die Netzhaut ist der einzige Ort im Körper, wo sich Blutgefässe direkt und ohne Eingriff untersuchen lassen (Bild 1). In seiner Dissertation an der Universität Lausanne [1] konnte Michael Beyeler zeigen, dass Netzhautgefässe den Zustand des kardiovaskulären Systems widerspiegeln [2,3].

Genau hier setzt das geförderte Projekt an: Ein innovatives, hybrides KI-Modell soll künftig aus einem einzigen Fundusbild (Augenhintergrund) ein erhöhtes Risiko für eine chronische Nierenerkrankung nachweisen. Ziel ist die Entwicklung eines praxistauglichen Assistenzsystems, das sich nahtlos in klinische Abläufe integriert und von dem Patientinnen und Patienten durch eine frühere Krankheitserkennung direkt profitieren.

Das Projekt wird mit 130'000 Franken gefördert und ist an der Universitätsklinik für Angiologie angesiedelt. Prof. Dr. med. Marc Schindewolf fungiert dabei als Host.

Wir freuen uns auf die gemeinsame Zusammenarbeit!

 

[1] https://www.unil.ch/fbm/fr/home/menuinst/recherche/ssf/dbc/recherche/bergmann.html 

[2] https://www.nature.com/articles/s41467-024-52334-1 

[3] https://www.medrxiv.org/content/10.1101/2024.12.23.24319548v2.full 

 

Bild 1: Automatische Extraktion von vaskulären Eigenschaften

Bild 2: Konzept für das Assistenzsystem