kosek anerkennt Inselspital Bern als Referenzzentrum für seltene multisystemische Gefässerkrankungen

Die Nationale Koordination Seltene Krankheiten (kosek) hat das spezialisierte Angebot des Universitätsspitals Bern als Referenzzentrum für seltene multisystemische Gefässerkrankungen anerkannt. Am Standort Inselspital erfolgt die Koordination über die Universitätsklinik für Angiologie.

Die Anerkennung bestätigt die hohe fachliche Expertise sowie die etablierte interdisziplinäre Zusammenarbeit der beteiligten Kliniken und Institute. Das Referenzzentrum wird von der Universitätsklinik für Angiologie und deren Kompetenzzentrum für vaskuläre Malformationen (Vorstellung Kompetenzzentrum für vaskuläre Malformationen - Universitätsklinik für Angiologie) geleitet. Koordinatorin des Zentrums ist PD Dr. med. Sarah Bernhard. Die Anerkennung gilt bis 2032 und ist Teil eines nationalen Netzwerks zur Verbesserung der Versorgung von Patient:innen mit seltenen multisystemischen Gefässerkrankungen.

Referenzzentren sind zentrale Anlaufstellen für Menschen mit seltenen Krankheiten. Sie bieten eine spezialisierte Diagnostik und Therapie und gewährleisten eine koordinierte, interdisziplinäre Betreuung über verschiedene Fachbereiche hinweg. Gerade bei multisystemischen Gefässerkrankungen ist die enge Zusammenarbeit unterschiedlicher Disziplinen entscheidend.

Ein Beispiel für solche komplexen Krankheitsbilder sind vaskuläre Malformationen. Dabei handelt es sich um angeborene Fehlbildungen von Blut- und Lymphgefässen, die sich sehr unterschiedlich manifestieren können – von lokal begrenzten Veränderungen bis hin zu ausgedehnten, mehrere Organsysteme und Körperregionen betreffenden Erkrankungen. 

Die Abklärung und Behandlung erfolgt am Inselspital interdisziplinär unter Einbezug von zahlreichen Fachdisziplinen, wie Angiologie, Gefässchirurgie, Plastischer Chirurgie, Dermatologie, Pädiatrie, Kinderchirurgie, Radiologie, Neuroradiologie, Humangenetik, Pathologie, Hämatologie, Hepatologie, Neurologie, Neurochirurgie, Herzchirurgie, HNO und Orthopädie, sowie weiteren Fachdisziplinen, je nach Bedarf. Ziel ist eine individuell abgestimmte Diagnostik und Therapie, die sowohl konservative, als auch interventionelle und operative Verfahren umfasst.

Als Teil des nationalen kosek-Netzwerks arbeitet das Referenzzentrum eng mit anderen spezialisierten Institutionen, Spitälern und Fachpersonen in der ganzen Schweiz zusammen. Ziel ist es, die Diagnosestellung zu beschleunigen, Behandlungsstrategien zu optimieren und die Versorgung nachhaltig zu verbessern.